Die Forscher wollten herausfinden, ob Vitamin K2 in Form von Menaquinon-7 (MK-7) die Verkalkung der Herzkranzgefässe verlangsamen kann. Solche Verkalkungen sind ein Zeichen der Arteriosklerose und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die wichtigste Erkenntnis:
Bedeutet das auch weniger Herzinfarkte?
Wahrscheinlich nein. Lediglich wohl zeitlich spätere Herzinfarkte, weil sich neue Verkalkungen langsamer entwickelten.
Die Studie war darauf ausgelegt, Veränderungen im CT zu messen – nicht die Häufigkeit von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Todesfällen. Dafür war die Teilnehmerzahl zu klein und die Nachbeobachtungszeit zu kurz.
Wie wirkt Vitamin K2?
Vitamin K2 aktiviert ein körpereigenes Eiweiss (Matrix-Gla-Protein, MGP), das verhindert, dass sich Kalzium in den Gefässwänden ablagert. Ohne ausreichend aktives MGP können Gefässverkalkungen leichter entstehen oder fortschreiten. Diese biologische Erklärung passt gut zu den beobachteten Ergebnissen.
Was bedeutet die Studie für die Praxis?
Die Studie liefert die bisher stärksten klinischen Hinweise, dass Vitamin K2 (MK-7) die Verkalkung der Herzkranzgefässe bei Menschen mit bestehender koronarer Herzkrankheit verlangsamen kann.
Gleichzeitig sollte man die Ergebnisse nicht überinterpretieren:
Fazit
Diese randomisierte Studie zeigt, dass 360 µg Vitamin K2 (MK-7) täglich über zwei Jahre die Zunahme von Verkalkungen der Herzkranzgefässe messbar verlangsamt. Das ist ein interessanter wissenschaftlicher Befund. Mehr nicht. Ob daraus auch ein echter gesundheitlicher Nutzen entsteht, müssen zukünftige grössere Studien zeigen.
Referenz: Vossen LM, de Leeuw PW, Schurgers LJ, et al. Two Years of Menaquinone-7 Supplementation and Coronary Artery Calcification: A Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiol. Published online June 10, 2026. doi:10.1001/jamacardio.2026.1279