Studie: Menschen mit höheren Vitamin-D-Spiegeln hatten etwa 16 Jahre später weniger Alzheimer-typische Tau-Ablagerungen im Gehirn

Die Studie untersucht, ob der Vitamin-D-Spiegel im mittleren Lebensalter mit frühen biologischen Zeichen einer späteren Demenz zusammenhängt – noch bevor Symptome auftreten. Die Forscher fanden einen klaren Zusammenhang zwischen niedrigerem Vitamin-D-Spiegel und stärkerer Tau-Ablagerung im Gehirn viele Jahre später.

 

Teilnehmer waren 793 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter zu Beginn von etwa 39 Jahren. Niemand hatte Demenz oder kognitive Symptome.

     

  1. Zwischen 2002–2005 wurde Vitamin D im Blut gemessen.
  2. Etwa 16 Jahre später erhielten die Teilnehmer PET-Gehirnscans.
  3. Dabei wurden zwei Alzheimer-Marker untersucht:

       

    • Tau-Protein
    • Amyloid-beta
    •  

  4.  

Bei Alzheimer spielen vor allem zwei Eiweißablagerungen eine Rolle:

 

Tau

 

Tau verklumpt innerhalb von Nervenzellen und steht besonders eng mit:

     

  • Gedächtnisverlust
  • Nervenzellschädigung
  • tatsächlicher Krankheitsprogression
  •  

in Verbindung.

 

Amyloid-beta

 

Amyloid lagert sich früher ab, erklärt aber oft schlechter, wie stark jemand später geistig abbaut.

 

Die Studie fand:

     

  • Zusammenhang mit Tau
  • keinen Zusammenhang mit Amyloid
  •  

Das macht die Ergebnisse besonders interessant.

 

Menschen mit höheren Vitamin-D-Werten im mittleren Lebensalter hatten später weniger Tau-Ablagerungen im Gehirn, besonders in Regionen, die früh von Alzheimer betroffen sind. Der Zusammenhang blieb bestehen, selbst nachdem viele Einflussfaktoren berücksichtigt wurden.

 

Die Forscher fanden:

     

  • je höher Vitamin D, desto niedriger die Tau-Belastung
  • aber keinen Effekt auf Amyloid
  •  

Die Studie deutet darauf hin, dass Vitamin D möglicherweise:

     

  • Nervenzellen schützt
  • Entzündungen reduziert
  • Tau-Veränderungen beeinflusst
  •  

und dadurch langfristig das Risiko neurodegenerativer Veränderungen senken könnte.

 

Besonders wichtig:

Die Vitamin-D-Messung erfolgte Jahrzehnte vor möglichen Symptomen. Das spricht dafür, dass das mittlere Lebensalter eine wichtige Phase für Prävention sein könnte.

 

Referenz: Mulligan, M. D., Scott, M. R., Yang, Q., Wang, R., Ghosh, S., Johnson, K. A., Beiser, A. S., Seshadri, S., & McGrath, E. R. (2026). Association of circulating vitamin D in midlife with increased tau-PET burden in dementia-free adults. Neurology® Neuroimmunology & Neuroinflammation, 2(2), e000057. https://doi.org/10.1212/WN9.0000000000000057