Die Forscher wollten herausfinden, wie verschiedene Ernährungsweisen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. Dabei betrachteten sie nicht nur, ob Lebensmittel pflanzlich oder tierlich sind, sondern auch:
Studiendesign
Die Forscher untersuchten dann, welche Ernährungsweisen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhingen.
Ergebnisse
A) Gesunde pflanzliche Ernährung schützt das Herz
Menschen, die überwiegend hochwertige, wenig verarbeitete pflanzliche Lebensmittel aßen (z. B. Gemüse, Obst, Vollkorn), hatten etwa
≈ 40 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
im Vergleich zu Menschen mit weniger solcher Lebensmittel.
B) „Pflanzlich“ allein reicht nicht
Eine Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln bringt keinen Vorteil, wenn diese stark verarbeitet sind.
Beispiele:
Hier wurde kein geringeres Herzrisiko festgestellt.
C) Ungesunde pflanzliche Lebensmittel können sogar schaden
Wenn die Ernährung überwiegend aus stark verarbeiteten, nährstoffarmen pflanzlichen Produkten besteht (z. B. Süssigkeiten, Chips, zuckerhaltige Getränke), zeigte sich:
≈ 40 % höheres Risiko für koronare Herzkrankheit.
Die zentrale Erkenntnis der Studie
Die Studie zeigt, dass drei Faktoren gleichzeitig wichtig sind:
Nur wenn alle drei günstig sind, sinkt das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich.
Praktische Konsequenzen
Für eine herzgesunde Ernährung empfehlen die Ergebnisse:
Gut:
Schlecht:
Die Botschaft lautet also:
Nicht nur „pflanzlich essen“, sondern „pflanzlich und möglichst unverarbeitet“.
Eine pflanzliche Ernährung schützt das Herz – aber nur, wenn sie aus nährstoffreichen und wenig oder nicht verarbeiteten Lebensmitteln besteht. Stark verarbeitete pflanzliche Produkte können diesen Vorteil sogar umkehren.
Referenz: Prioux C, Deschasaux-Tanguy M, Julia C, Hercberg S, Kesse-Guyot E, Touvier M, et al.
Cardiovascular disease risk and the balance between animal-based and plant-based foods, nutritional quality, and food processing level in the French NutriNet-Santé cohort: a longitudinal observational study. Lancet Reg Health Eur. 2025;59:101470.