Die Studie untersucht, wie grosse Fleisch- und Milchunternehmen über Umwelt- und Klimaschutz kommunizieren. Im Fokus steht die Frage, ob diese Firmen tatsächlich nachhaltiger werden – oder ob sie ihre Umweltfreundlichkeit übertreiben bzw. vortäuschen („Greenwashing“).
Viele Unternehmen geben öffentlich an, ihre Emissionen reduzieren zu wollen oder klimafreundlicher zu werden. Die Studie zeigt jedoch, dass diese Versprechen oft:
Die Unternehmen betonen häufig einzelne Massnahmen (z. B. effizientere Produktion oder kleinere Projekte), während sie:
Das erzeugt ein umweltfreundliches Image, ohne dass sich grundlegend etwas ändert.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass viele Aussagen der untersuchten Firmen als Greenwashing gelten können. Das bedeutet:
Ein wichtiger Hintergrund: Fleisch- und Milchproduktion verursacht erhebliche Treibhausgasemissionen. Die Studie betont, dass echte Klimaschutzmassnahmen in diesem Sektor besonders wichtig wären – aktuell aber nicht ausreichend umgesetzt werden.
Fazit
Viele grosse Fleisch- und Milchunternehmen präsentieren sich als klimabewusst, ohne dass ihre Massnahmen dem Ausmass des Problems entsprechen. Die Studie fordert mehr:
Zentrale Kritikpunkte im Detail
Viele Unternehmen berücksichtigen nicht alle Emissionen:
Gerade bei Fleisch- und Milchprodukten entstehen der Grossteil der Emissionen in Scope 3. Wenn diese fehlen, wirken Klimaziele deutlich besser, als sie tatsächlich sind.
Viele Firmen versprechen „Netto-Null“ (Net Zero), aber:
Das verschiebt das Problem in die Zukunft, statt Emissionen jetzt real zu senken.
Unternehmen heben gezielt einzelne Massnahmen hervor, z. B.:
Diese Massnahmen betreffen oft nur einen kleinen Teil der Gesamtbelastung, werden aber stark beworben.
Typische Formulierungen:
Das klingt gut, ist aber:
Ein zentraler Punkt der Studie:
Die Unternehmen stellen nicht infrage, dass die Produktion von Fleisch und Milch an sich sehr emissionsintensiv ist.
Stattdessen:
Ergebnis: Selbst „verbesserte“ Systeme bleiben klimaschädlich.
Typische Greenwashing-Strategien
Unternehmen positionieren sich als Klimaschützer:
Beispiel: Betonung von Partnerschaften mit Umweltinitiativen
Realität: Oft geringe oder keine tatsächliche Wirkung im Kerngeschäft.
„Wir gleichen unsere Emissionen aus“
Bedeutet häufig:
Veröffentlichung nur „guter“ Kennzahlen
Problem:
Werbung mit Begriffen wie „klimafreundlich produziert“
Kritik:
„Klimaneutral bis 2050“
Problem:
Gesamtbewertung der Studie
Die Autorinnen kommen zu dem Schluss:
Was die Studie implizit fordert
Referenz: Bach, M., Loy, L., Mach, K.J., McDermid, S.S. and Jacquet, J. (2026) ‘Environmental claims, climate promises, and “greenwashing” by meat and dairy companies’, PLOS Climate, 5(4), e0000773. Available at: https://doi.org/10.1371/journal.pclm.0000773